Die Landschaftspflege auf den Truppenübungsplätzen in der Lüneburger Heide  hat eine hohe Priorität. Sie trägt letztlich dazu bei, der Truppe gute Übungsmöglichkeiten zu bieten. Das Heidekraut muss niedrig gehalten und die weiten Heideflächen von jungen Birken entkusselt werden.

Die zivile Wehrverwaltung der Bundeswehr, die für diese Aufgaben zuständig ist, unterhält dafür eine eigene landwirtschaftliche Gruppe mit Ackerschleppern, Mähwerken und anderen Gerätschaften, die man eben für solche Aufgaben benötigt. Solche Aufgaben können wegen des werktäglichen Übungsbetriebes im allgemeinen nur an Wochenenden ausgeführt werden. Der landwirtschaftliche Sachbearbeiter Walter Koch will deshalb an einem Samstagvormittag kontrollieren, ob die an seine Mitarbeiter erteilten Arbeitsaufträge ordnungsgemäß ausgeführt werden.

Nachdem er mit seinem Geländewagen ein kleines Wäldchen durchquert hat, erreicht er die weite Heidefläche, die heute bearbeitet werden soll. Noch im Schutz des Waldes stoppt er sein Fahrzeug und greift zu seinem Fernglas. Zu seinem Erstaunen sieht er das Gespann, bestehend aus einem Unimog mit Mähwerk, bewegungslos mitten in der Heide stehen. Der Fahrer läuft langsam um das Gespann herum, öffnet das Werkzeugfach des Unimogs, schaut in das Führerhaus und kramt anschließend auf der kleinen Ladefläche herum. Anscheinend sucht er etwas. Nach einigen Minuten gibt er die Suche auf.

Wieder geht er zur Ladefläche des Unimogs und kommt mit einem etwa meterhohen Holzpflock  wieder, an dem ein roter Wimpel befestigt ist. In diesem Augenblick wird Walter Koch klar, wonach sein Mitarbeiter gesucht hatte. Ein Hammer fehlte zum Einschlagen des Pflockes. Schließlich befindet sich das Gespann im Zielgebiet der Artillerie, in dem auch so mancher Blindgänger liegt.

Immer wieder hat Walter Koch seinen Mitarbeitern eingebläut, beim Auffinden eines Blindgängers diesen nicht anzufassen, sondern lediglich mit einem roten Wimpel zu kennzeichnen. Doch was Walter Koch nun sieht, lässt seine Nackenhaare ersträuben. Otto Pohlmann, so heißt der Unimogfahrer, ist ein praktisch veranlagter Mann. Wie sollte er den Pflock einschlagen ohne Hammer? Als bückt er sich ,um danach einen Blindgänger mittleren Kalibers in der Hand zu halten, mit dem er mit einigen kräftigen Schlägen den Pflock in den lockeren Heideboden treibt.

Otto Pohlmann muss wohl einen Schutzengel gehabt haben. Es passierte nichts, aber wie leicht hätte der Zünder auslösen und zu einem großen Unglück führen können. Jedenfalls hallte das  Donnerwetter, das es anschließend von seinem Vorgesetzten gab, noch lange durch die Lüneburger Heide.